Trappistenbier: „O’zapft is“ in Engelhartszell

Eine Erfrischung der besonderen Art wurde am Sonntag, 01. Juli 2012 in Engelhartszell ausgeschenkt: Pünktlich zur Mittagszeit wurde dort unter großem Publikumsandrang das erste Fass Trappistenbier angeschlagen.

Landtagspräsident Friedrich Bernhofer und Abt Marianus Hauseder vom Stift Engelszell meisterten den Anstich professionell und ohne einen Tropfen des raren Gerstensaftes zu vergeuden. Denn das Starkbier ist seit dem ersten Sud im Frühjahr so gefragt, dass die Trappistenmönche mit der Herstellung kaum nachkommen.

Rund 400.000 Euro investierten die „Zisterzienser der strengen Observanz“ (landläufig „Trappisten“ genannt) in die Errichtung der Produktionsanlage. Unter der Führung von Braumeister Peter Krammer werden zwei Starkbiere gebraut: „Gregorius“, ein Triple-Bock mit einem Alkoholgehalt von 10 %, und ein helles Bier mit 7 % Alkoholgehalt („Benno“, ab Herbst 2012 erhältlich). Das Besondere des Trappistenbieres aus Engelszell sei die Tatsache, dass es in Österreich gebraut wird, so Braumeister Krammer. Denn bislang wurde Trappistenbier nur in sieben Klösterbrauereien in Belgien und den Niederlanden hergestellt.

Eine weitere Besonderheit des Bieres sind seine Zutaten. Laut Krammer sorgen Hefe aus dem Elsass und Honig aus stiftseigener Herstellung für den besonderen Geschmack. Darüberhinaus seien Trappistenbiere besonders lagerfähig, betonte „Bierpapst“ Conrad Seidl, der spontan zum Bieranstich angereist war. „Die Biere kann man in den Keller legen und darauf vertrauen, dass sie von Jahr zu Jahr besser werden“, so Seidl.

Vor allem der amerikanische Markt zeigt großes Interesse an der Starkbierspezialität aus dem Innviertel. Ein großer Teil des Bieres wird dorthin exportiert. Im Inland wird das Trappistenbier über die „Bierregion Innviertel“, den Klosterladen und über einen Online-Shop (www.stift-engelszell.at) vertrieben. Wegen der großen Nachfrage kann es allerdings derzeit zu Lieferschwierigkeiten kommen.

Mit Sicherheit enthalten ist der „Gregorius“-Bock in einer soeben auf den Markt gekommenen Achterbox der  „Bierregion Innviertel“, die jeweils eine Flasche feinsten Gerstensafts der Brauereien Schnaitl, Baumgartner, Kapsreiter, Ried, Wurmhöringer, Vitzthum und Bogner enthält (erhältlich direkt bei den Brauereien und bei ausgewählten Wirten; empfohlener Verkaufspreis: 13,90 Euro).

Was ist die „Bierregion Innviertel“?

Die „Bierregion Innviertel“ ist ein Zusammenschluss von Brauern, Wirten, Tourismus und Wirtschaft. Acht Innviertler Privatbrauereien und 35 Wirte bilden den Kern der Initiative. Das Ziel aller Beteiligten ist es, das Thema Bier zum zentralen Imageträger für die Region zu machen und gleichzeitig die regionale Biervielfalt zu erhalten und weiter zu stärken. Die Innviertler Bierlandschaft ist nämlich sehr spezifisch: Die Brauereien sind fest in Privatbesitz und produzieren mehr als 60 verschiedene Biersorten, darunter viele Spezialbiere mit unverkennbarem Geschmack.

Was ist Trappistenbier?

In bislang sieben Brauereien in den Niederlanden und Belgien produzieren die Zisterzienser der strengen Observanz (= Trappisten) Starkbiere mit einem Alkoholgehalt zwischen sechs und zwölf Prozent. Die Biere sind geschmacklich sehr eigenständig und werden nur in kleinen Mengen hergestellt. Seit dem Frühjahr 2012 wird auch im Stift Engelszell Bier gebraut.: ein Triple-Bock mit einem Alkoholgehalt von 10 % („Gregorius“) und ein helles Bier mit 7 % Alkoholgehalt („Benno“; ab Herbst 2012 erhältlich). Die Biere sind nach ehemaligen Äbten des Stiftes Engelszell benannt.

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