Eindrucksvolle Energie-Bilanz

Innviertler LEADER-Regionen zu Besuch im Alternativ-Energiedorf Güssing

50 neue Betriebsansiedlungen, mehr als 1300 neue Arbeitsplätze, ein Nettoeinkommen von 9 Mio./Jahr, ein Energieumsatz von 13 Mio./Jahr und ein Holzverbrauch von 44.000 t/Jahr – so eindrucksvoll liest sich die Wertschöpfungs-Bilanz im nunmehr bald energieautarken Bezirk Güssing im Burgenland. Beim Besuch der 3 LEADER-Regionen Oberinnviertel-Mattigtal, Pramtal und Innviertel – vom Inn zum Kobernaußerwald kamen die Exkursions-Teilnehmer/-innen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Umringt von „Legionen fossiler Energieträger“ versuchte sich das selbsternannte Alternativenergie-Dorf Güssing schon in den 80-er Jahren von herkömmlichen Energieträgern zu lösen. Der Handlungsbedarf war damals freilich groß: 50 Jahre Grenzregion zu Ungarn, keine Gewerbe- & Industriebetriebe, dadurch wenig Arbeitsplätze, eine Abwanderungsquote, die ihresgleichen suchte und praktisch keine Verkehrsinfrastruktur – in Summe das Armenhaus Österreichs.

Aus der Not wurde die Tugend: Dank des Güssinger Energie-Mix aus erneuerbaren Energieträgern wird der Bezirk nächstes Jahr nicht nur zum Energie-Selbstversorger, sondern schaffte das schier unmögliche und holte trotz noch immer schlechter Verkehrsanbindung (keine Eisenbahn!) immer mehr innovative Unternehmen und Forschungseinrichtungen in die Region.

Ein Konzept, wie es Schule machen könnte – darin waren sich die Besucher aus dem Innviertel einig. Bei der Besichtigung aller Anlagen und der Fahrt durch das ÖKO-Energieland rund um Güssing gab es genügend gute Ansätze zu sehen, wie eine ähnliche Strategie im Innviertel aussehen könnte– auch wenn der „Leidensdruck“ in Güssing ein anderer war.

Und dass man in Güssing auch vom Öko-Tourismus schon gut leben kann, beweisen nicht nur die interessierten TeilnehmerInnen an der Exkursion aus dem Innviertel, sondern die Busse vor dem Technologiezentrum und der Andrang der interessierten Gemeinden aus ganz Österreich generell.

Die 2-Tagesfahrt führte die Gruppe auch nach Weiz/Gleisdorf in der Steiermark, wo man den Energieschauplatz Weiz in Augenschein nahm. Eindrucksvoll ist hier das Energie-Thema fast spielerisch in das Stadtbild integriert worden: von energieintelligenten Fassaden, die ihre Lichtleitungslamellen nach dem Sonnenlicht ausrichten und so die Sonneneinstrahlung in die Büroräume regeln, bis hin zum Gemini-Haus, welches Kraftwerk und Wohnhaus in einem ist, spannte sich der lehrreiche Vormittag für die Innviertler.

Insgesamt konnten an den zwei Tagen wichtige Denkanstöße gesammelt werden, die wiederum in die eigenen Aktionspläne der Regionen Eingang finden werden.

–> MODELL GÜSSING

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