Ausklang im Kulturdorf Europas 2010


„Brennender Spruch am Berg“
Ausführender Künstler: Johann Lengauer

Nachdem zu Silvester die Fackelinstallation äußerst beeindruckend begonnen hatte, aber dann vom Nebel verschluckt wurde, fand am Mittwoch 5. Jänner um 19.30 eine Neuauflage dieses Megaprojektes statt.

Der Feuerkünstler Johann Lengauer verband mit dem „brennenden Spruch am Berg“ die Magie und den Zauber des Feuers mit dem Thema „MUT“. Mutig und beherzt war es auch, diesen immensen Arbeitsaufwand zu stemmen. Lengauer meint, die Berghänge bei Kirchheim hätten sich  in den Tagen seit Weihnachten in seinen Körper eingeschrieben. Wann immer er künftig durch Kirchheim fahren werde, wird für ihn dieses  Megaprojekt und diese Landschaft mit ihrem herrlichen Ausblick als seine bisher größte Leinwand gegenwärtig sein. Auf etwa 3km Länge brannte der Sinnspruch „MUT TUT GUT“ aus ca. 2000 Fackeln in den drei Höhenrücken in Kirchheim (Kreuzberg, Federnberg und Kraxenberg). Wörter und Hügel waren teils dem Landschaftsverlauf und spontan einbezogenen Hasen- und Rehfährten mit Feuerlinien und -wellen verbunden. Die Entzündung der mit ca. 40 Meter Seitenlänge ausgesteckten Wörter erfolgte nach einer genauen Choreografie. Diese war durch die extreme Kälte bei einer sternenklaren Nacht nicht ganz reibungslos, schrieb aber dennoch ein großräumiges und weithin sichtbares Zeichen in die Landschaft. Besucher der Nacht der tausenden Sterne in Kirchheim schilderten ihr Erleben: „Wir waren sprachlos über diese gewaltige Dimension“ bzw. „Es sah aus, als wären die Feuerlinien der Horizont und die Worte selbst in den Himmel geschrieben“. Als Überraschung für alle Gäste und zum Abschluss der Fackelinstallation wurde die eine fast 20 m hohe leuchtende Krone entzündet – das Markenzeichen für Lengauer´s Arbeit  – in der verzauberten Landschaft.

Die Installation ist gedacht als Ermutigung für die Gesellschaft, als auch für den Einzelnen, in anstehenden Entscheidungen beherzt zu sein, es nicht nur bei Vorhaben oder Vorsätzen zu belassen, sondern auch in Taten konkret zu werden. Erst ein mutig und selbst gestaltetes Leben ist ein gutes Leben!

Die Bewohnerinnen und Bewohner der kleinen Gemeinde Kirchheim setzten 2010 im europäischen Kulturdorfjahr ihre Vorhaben hervorragend in Taten um, waren Schauplatz vieler Veranstaltungen und bewiesen auf eindrucksvolle Weise, dass ein Dorf mehr als nur ein Kirchturm mit Bauernhöfen, Wiesen und Äckern darum herum ist.

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